Flörsheimer Schützengesellschaft verzeichnet       Mitglieder-Boom

     Von Hildegund Klockner

FLÖRSHEIM - Die Flörsheimer Schützengesellschaft 06 verzeichnet zwar ein verändertes Verhältnis vieler Mitglieder zum Verein, aber auch einen deutlichen Mitgliederzuwachs in den vergangenen zwei Jahren. Die Zeiten des Ehrenamts, des „klassischen Vereinslebens“, seien vorbei – wie in den meisten Vereinen: „Wir haben Gott sei Dank recht viele junge Leute im Verein. Doch die haben eine andere Denkweise, andere Prioritäten: Sie wollen schießen und Spaß haben, einen Ausgleich zu familiärer und beruflicher Belastung finden“, beschreibt Vorsitzender Manfred Gutmann die Erwartungshaltung.

Öffentliche Veranstaltungen wie zum Beispiel das Frühlingsfest sind da vorerst nicht mehr drin. Sie fanden ohnehin keinen großen Zuspruch, und dem Verein fehlen die Helfer. „Wir wollen zurück zu unseren Wurzeln, dem Schießen“, so Manfred Gutmann.

An diesen Wurzeln gibt es offenbar wieder verstärktes Interesse. Mehr als 30 neue Schützen, darunter vier Jugendliche, konnten laut Gutmann in den vergangenen zwei Jahren als Mitglieder gewonnen werden. „Sie sind genau im Alter unserer Zielgruppe, zwischen 25 und 45 Jahren“, so der Vorsitzende. Sie seien fertig mit der Ausbildung und „durch Familie oder Freundin charakterlich gefestigt“.

Die charakterliche Eignung ist beim Schießsport nämlich keine Nebensächlichkeit. Gutmann bedauert zwar, dass der Schießsport oft kritisch beäugt werde, verweist aber darauf, dass Messer und Autos doch die neuen „Tötungswaffen“ seien. Die Überprüfung der Schützen sei dagegen enorm. Sachkundenachweis und ein sauberes Führungszeugnis sind obligatorisch, und bei der kleinsten Verfehlung sind die Sportschützen ihre Waffenbesitzkarte los. Und die gibt es nicht im Spaziergang: Frühestens nach einem Jahr Mitgliedschaft und dem Nachweis regelmäßigen Trainings wird eine solche erteilt. „Wer einen Sportschützen in der Nachbarschaft hat, kann sich absolut sicher fühlen. Dem können Sie ihr Geld anvertrauen“, sagt Manfred Gutmann, der selbst 1996 zur Schützengesellschaft kam.

Zu der Rückbesinnung auf das Wesentliche gehört auch das jüngste Großkaliber-Turnier, an dem 22 aktive Schützen teilnahmen. Als Preise winkten Geldbeträge: dem Sieger 100 Euro, dem Zweitplatzierten 50 Euro und dem Drittplatzierten 30 Euro.

Geschossen wurde nur mit eigenen Großkaliberwaffen ab Kaliber neun Millimeter aufwärts. Die Zielscheibe war mit zwei Kleinkaliberscheiben beklebt. Jeder dieser Spiegel sollte mit je drei Patronen in 150 Sekunden beschossen werden. Dabei wurden aber keine Ringe gezählt, sondern bewertet, wie nahe die Schüsse beieinanderlagen, also das Schussbild. Schützen, die in die „10“ in der Mitte trafen, kamen ohne Messung des Abstandes der Treffer sofort eine Runde weiter. Es gab aber auch Schützen, die noch nicht einmal einen der beiden Spiegel trafen.

Damit auch weniger trainierte Vereinsmitglieder eine Chance hatten und der Spaßfaktor für alle Beteiligten nicht zu kurz kam, wurde in jeder Runde ein Joker eingesetzt, der von jedem Teilnehmer gezogen werden konnte. Dieser Schütze kam damit kampflos eine Runde weiter. Alle Teilnehmer, die als Letzte in den jeweiligen Runden ausgeschieden waren, traten in der Trostrunde gegeneinander an. Auch sie hatten somit noch eine Chance auf die Siegprämie.

 

Initiator dieser Veranstaltung ist Otmar Laut, 81 Jahre und Deutscher Meister in verschiedenen Disziplinen.

Quelle: Main-Spitze 19.05.2018